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Friedrich Wilhelm Murnau wurde als Friedrich Wilhelm Plumpe am 28. Dezember 1888 in Bielefeld geboren. Von 1892/ 93 bis 1907 wuchs er im - von der Sommerresidenz Wilhelm II. geprägten - nordhessischen Kassel auf. Diese prägenden Kindheits- und Jugendjahre bis zum Abitur im mittelgebirgigen Kassel-Wilhelmshöhe waren zugleich auch der längste zusammenhängende Lebensabschnitt Murnaus, etwa ein Drittel seines Lebens. Somit ist der von der Filmgeschichtsschreibung so oft als von der westfälischen Landschaft geprägt bezeichnte Regisseur Murnau, wohl eher von ganz anderen Dingen beeinflußt worden. - Studien der Philologie in Berlin und der Kunstgeschichte in Heidelberg bricht er ab, um an Max Reinhardts Schauspielschule in Berlin aufgenommen zu werden. Als Reinhardt Schauspieler ist er in den Jahren 1912 -14 in kleinen Rollen beschäftigt. Unter anderem spielt er den Lahmen und den Ritter in Max Reinhardts 'Das Mirakel', den Schüler in 'Faust I.' und den Spielan-sager in 'Das alte Spiel von Jedermann'. Einer Anekdote nach soll der Künstlername in jenen Jahren, aufgrund einer Liebesaffäre während eines Reinhardt-Gastspiels in Murnau am Staffel-See entstanden sein ? "Der Fliegerleutnant [Murnau] muß 1917 in der Schweiz notlanden; er wird in Andermatt interniert. ... Nach eigenen Angaben beauftragt ihn die deutsche Botschaft in der Schweiz mit der Herstellung von Propaganda-filmen; dies habe sein Interesse für den Film geweckt. Von Murnaus 21 Filmen gelten heute neun als verschollen, so auch sein erster, vom Hauptdarsteller Ernst Hoffmann finanzierter Spielfilm 'Der Knabe in Blau' [1919]. Murnau, in seinen Filmen dem Ländlichen zugeneigt, vom Städtischen fasziniert, entwickelt den Stil der bedrohlichen Schatten ['Nosferatu' 1922 mit Max Schreck, 'Phantom' 1922 mit Alfred Abel und 'Tartüff' 1926 mit Lil Dagover], der verlockenden Lichtreflexe, der raumgreifenden Bildführung gemeinsam mit seinen Kameramännern, insbesondere mit Karl Freund; seine Mise-en-scène ist, wie Rohmer exemplarisch für 'Faust' [1926 mit Camilla Horn] nachweist, von den Regeln der Malerei beeinflußt; Carl Mayers Drehbücher schaffen in ihren expressionistischen Anweisungen die Grundlage für Murnaus visuelle Umsetzungen, die bei 'Der letzte Mann' [1924] schließlich fast völlig auf Zwischentitel verzichten können. 1926 geht Murnau nach Amerika ... 'Sunrise' wird mit drei Oscars ausgezeichnet. Die Restriktionen des Studio-Systems konfrontieren Murnau jedoch mit Verstümmelungen seiner folgenden Filme. Gemeinsam mit Robert Flaherty segelt Murnau im April 1929 nach Tahiti, um 'Tabu' zu drehen ... Vor der Premiere von 'Tabu' wird Murnau bei einem Autounfall schwer verletzt, er stirbt am 11. März 1931 in Santa Monica," schreibt der Verleihkatalog Nr.1 des Deutschen Instituts für Filmkunde und der Stiftung Deutsche Kinemathek, Frankfurt am Main/ Wiesbaden/ Berlin 1986. Weiterführende Literatur: |
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