Joe May 1927

Joe May

am 7.November 1880 in Wien geboren, hieß mit bürgerlichem Namen Julius Mandl. Durch seine Frau, die Schauspielerin Mai May kommt er 1911 in Hamburg mit dem Film in Berührung. Er begann seine Filmarbeit mit Melodramen und Kriminalgeschichten, darunter eine Stuart Webbs Detektivserie zusammen mit dem Schauspieler Ernst Reicher. Als diese Zusammenarbeit mit Ärger endet, produziert Joe May zwischen 1913 und 1919 in der Franz-Josef-Straße 5-7 (der heutigen Max Liebermannstraße in Weißensee) eine neue Serie um die Figur des Detektivs Joe Deebs, dessen Regie nun Harry Piel besorgt, während Fritz Lang teilweise fürs Drehbuch verantwortlich zeichnet. Für gehobene Ansprüche entstehen hier aber auch Dramen und Prunkfilme wie der dreistündige 'Veritas Vincit' 1918 mit dem May den bisher üblichen Rahmen deutscher Filme sprengt. May sammelt in Weißensee junge Talente um sich, wie Paul Leni, Fritz Lang und Thea von Harbou, deren Partnerschaft hier beginnt. Hier entsteht auch der Zweiteiler 'Das indische Grabmal' 1921 und 'Der Tiger von Eschnapur', die Fritz Lang eigentlich für sich selbst, für eine eigene Regiearbeit geschrieben hatte.

Joe May baut sich mit seinen in Weißensee angesiedelten Firmen: May-Film GmbH, Filmstadt Woltersdorf Grundstücksgesellschaft, May Kopieranstalt GmbH und der Fema-Film-Atelier GmbH einen kleinen Filmkonzern auf. 1922 /23 kauft er Grundstücke Franz-Josef-Straße 5-7 und gründet die May-Film-AG.

1926 gerät die May-Film AG in finanzielle Schwierigkeiten, als die UFA einen Pachtvertrag, der als finanzielle Absicherung galt, nicht verlängert und die Fema Film Atelier GmbH dadurch gezwungen ist, einen Teil der Gebäude an die Wäscher- und Färberei Ide abzutreten. Die Wäscherei und ihre Tochterfirmen übernehmen Ende der zwanziger Jahre das gesamte Gelände. Fast unverändert überlebte die Atelier-Anlage Weißensee das Dritte Reich und die DDR , zu deren Zeiten der Betriebsteil Ide-Wäscherei des VEB Rewatex auf dem Gelände arbeitete. Und so besteht die Wäscherei Ide auch 1997 noch auf diesem Gelände neben der Kindertagesstätte.

In den zwanziger Jahren spezialisiert sich May auf Melodramen und Gesellschaftsfilme wie 'Heimkehr' und 'Asphalt' beide 1928. Im Tonfilm gibt sich May als Fachmann leichter Unterhaltung. Ab 1933 im Exil, ab 1934 in Hollywood hält sich May als B-Picture-Regisseur über Wasser. Seinen letzten Film drehte er 1949/50. Er starb am 29. April 1954 in Hollywood.

(Weiterführende Literatur: 'Joe May. Regisseur und Produzent', ISBN 3-88377-394-8 und weitere Kinolinks).

 

Titelseite

 

Adressen