Camilla Horn Briefpapier Camilla Horn

wurde am 25. April 1903 als Tochter eines Reichsbahnbeamten in Frankfurt am Main geboren. Nach einer Schneiderlehre arbeitete sie als Akkordnäherin und Kindermädchen, nahm Schauspiel- und Tanzunterricht, tingelte über Berliner Kleinkunstbühnen und wurde Komparsin.
In
Murnaus 'Tartüff' 1925 / 26 doublete Camilla Horn die Beine der Hauptdarstellerin: Lil Dagover. "Nicht etwa, weil Frau Dagovers Beine nicht schön genug gewesen seien - im Gegenteil, sondern weil sie schlichtweg zum Nachdrehtermin nicht im Studio war, bekam ich die Chance ihre Beine zu doubeln," erzählte mir Camilla Horn am 4. April 1985 bei einem Telefonat. "Murnau hat die anwesenden Komparsinnen gefragt, wer das für fünfzig Mark machen würde - und hat dann seinen Spaß daran gehabt, daß mir Lil Dagovers Schuhe zu klein waren und fürchterlich drückten: 'Na, geht`s noch Fräulein Horn?'."
Doch schon im nächsten Murnau Film in '
Faust' 1926 war sie Gretchen, die Hauptdarstellerin neben Weltstar Emil Jannings. Und mit diesem Film wiederum wurde Camilla Horn so bekannt, daß sie nach Hollywood engagiert wurde. Dort spielte sie in sieben Filmen und wenig gretchenhaft, nämlich als Vamp.
Zurück in Deutschland wirkte Camilla Horn in etwa siebzig Filmen mit. Darunter in Erich Waschnecks 'Die Drei um Edith'
1929, zu dem mir Frau Horn in einem Brief vom 4. Oktober 1986 schreibt: "Es tut mir leid, daß ich mich an keine einzige Begebenheit mit diesem eindrucksvollen Fritz Rasp erinnere, auch nicht mehr welche Rolle er in 'Drei um Edith' spielte - obwohl ich ihn immer einzigartig fand."
Es folgten unter anderen: die Militärromanze 'Rakoczy-Marsch'
1933, 'Ich sehne mich nach Dir' 1934 mit Adele Sandrock und Theo Lingen, Carl Boeses Verwechslungskomödie 'Polterabend' 1940, Nino Zanchins Abenteuerfilm 'Heißes Spiel für harte Männer' 1968, Ulf Miehes 'Der Unsichtbare' 1986/87 und Peter Schamonis 'Schloß Königswald' 1987 mit Carola Höhn, Marianne Hoppe und Marika Rökk.

Im Alter von 93 Jahren, starb Camilla Horn im bayrischen Gilching bei Starnberg.


Weiterführende Literatur siehe: CineGraph - Lexikon zum deutschsprachigen Film.

 

Camilla Horn 1996

 

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