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Marmorhaus 1914

 

Marmorhaus innen 1914

Das Berliner Kino Marmorhaus am Kurfürstendamm 236

ist schon vom Straßenbild her ein auffälliges, kühles, elegantes Gebäude. Auch dieses Haus war dem gehobenen, wilhelmischen Publikum zu gedacht. So eröffnete man das Haus .......

Dieses Publikum goutierte in den 1910er und 1920er Jahren hier dann auch Militärkomödien. " Das Berliner Marmorhaus hat für Militär-Lustspiele eine ganz besondere Vorliebe, und auch das dortige Berlin-W-Publikum schwärmte schon immer für das zweierlei Tuch im Film, trotzdem oder vielleicht gerade weil es jetzt nur einfach feldgrau ist -. Hier wurde 'Fräulein Leutnant' dem Publikum vorgestellt, hier wurde 'Fräulein Feldgrau' vor die Front gebracht, und hier lernt dasselbe Berlin-W.-Publikum auch den dritten Leutnant kennen, der ebenfalls der Tradition entsprechend dem angenehmen weiblichen Geschlecht angehört und diesmal sogar ehelich dem Hauptdarsteller gehört ," schreibt der Kritiker der Licht- Bild-Bühne am 23.1.1915. Star in vielen dieser feldgrauen Lustspiele war Anna Müller-Lincke.

Alte Fotos und Kinoplakate zeigen, daß hier Filme Thriller wie 'Das geheimnisvolle X' (vor 1914?), Bauerndramen wie Friedrich Wilhelm Murnaus 'Der brennende Acker' 1922 oder Liebesgeschichten wie die der 'Manon' Lescaut 1950 von Henri-Georges Clouzot verfilmt, zur Aufführung kamen.

Ab November 1924 war dieses renommierte Kino im Besitz der Phoebus- Film- AG, der es jedoch mit seinen 626 Sitzplätzen als Haupturauffüh-rungstheater zu klein war. Das Marmorhaus wurde 1927/28 , 1950 und 1960/61 umgebaut, 1972-1975 erfolgte der Einbau mehrerer Kleinkinos.

Weiterführende Texte siehe:
Martin Bröcker in: 'Kinoarchitektur in Berlin 1895-1995', hrsg. Sylvaine Hänsel und Angelika Schmitt, Reimer Verlag Berlin 1995, ISBN 3-496-01129-7 und
Prof. Dr. Hickethier / Marcus Bier: 'Militärschwänke im Kino der zwanziger Jahre' in: Mediengeschichte des Films III', Hrsg. Prof. Dr. Harro Segeberg, Fink Verlag, München 1998
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