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Das Apollo in der Friedrichstraße 218, vormals Berliner Flora, war zeitweise Revue- oder Operettentheater, manchmal Varieté und seit 1905 Kinematograph. Es zählt zu den frühesten Filmvorführstätten Berlins. Ein fester Projektionsraum wurde allerdings erst 1913 im nun Cines-Apollo genannten Kino eingerichtet. Dieses Kino hatte etwa 900 Sitzplätze im Gegensatz zum Theaterraum von 1896, der 1350 Zuschauer faßte. "Das 'Apollo-Theater' lebte von einer merkwürdigen Mischung aus Akrobatik, Clowneriem und Gesangstheater. Im ersten Teil gab es richtiges Varieté mit Excentriks (die Clowns nannten sich hier 'Excentriks' und zeigten von ihren alten [Zirkus-]Spielen nur die Höhepunkte) und Equilibristen, und nach der Pause gab es ein Theaterstück zu sehen, das äußerst schwer zu bezeichnen war, ein Mischmasch aus Berliner Volksstück, Operettenpotpourri und großen Komikerauftritten. Der Held war immer Robert Steidl, ein fröhlicher Mann im grauen Gehrock mit grauem Zylinder, mit rotem, rundem Weißbiergesicht und tänzerischer Behendigkeit. Es gab fast keine Handlung, nur ein Motto; das ganze war eine Kapellmeisterimprovisation und das Schema dazu hieß. " Rund um ...", 'Rund um den Neptunsbrunnen' etwa. Erstes Bild: der Neptunsbrunnen vor dem Berliner Schloß bei Nacht. Das Wasser rauscht, ein Schutzmann patroulliert, ein Liebespaar und noch ein Liebespaar, Duette und Quartette, plötzlich, was ist das?, tatsächlich, der Neptun mit dem Dreizack hat sich bewegt, es bewegen sich auch die Brunnenmädchen, Neptun steigt vom Brunnen herab, kommt an die Rampe, singt ein Couplet, es ist der Publikumsliebling Robert Steidl. Alles freut sich (...) Nächstes Bild: Neptun beim Erntefest in der Laubenkolonie 'Kamerun' in Treptow, dann Neptun Unter den Linden, Neptun im Verbrecherkeller (...) der beschwipste Neptun will nicht mehr auf seine Brunnenschale. Doch hilft alles nichts, auch die Brunnenmädchen müssen sich von ihren Kavalieren trennen, (...) der Mond geht unter und die Liebespaare ziehen singend von dannen. (...) Was das 'Apollo-Theater' mit seinen kleinen Mitteln machte, das mußte man mit Raffinesse und Geld anpacken. Erstklassig war an den 'Rundumrevuen' des 'Apollo' nur die Musik; sie stammte von Paul Lincke. Er schrieb sie gewissermaßen aus Gefälligkeit für das 'Apollo', denn er dirigierte damals schon am 'Thalia-Theater' zwischen Spittelmarkt und Moritzplatz," erzählt Walter Kiaulehn in: 'Berlin - Schicksal einer Weltstadt', München 1958. |
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